Pensionskasse, Säule 3a oder freies Vermögen?

Wo und wie spare ich am cleversten?

Vorsorgen für die Pensionierung – das kannst du auf verschiedene Arten. Wir kennen die drei beliebtesten Möglichkeiten und stellen sie dir mit ihren Vor- und Nachteilen vor. Erfahre, was sich insbesondere steuertechnisch lohnt und wie du die verschiedenen Möglichkeiten optimal kombinierst.

Pensionskasse

Lohnt sich der Einkauf in die Pensionskasse?

Bei einigen Pensionskassen ist es möglich, freiwillig zusätzlich einzuzahlen (sogenannter «Pensionskassen-Einkauf»). Der Vorteil davon ist, dass diese Einzahlungen vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden dürfen. Die Nachteile dagegen sind, dass das Geld in der Pensionskasse gebunden ist und dass das Pensionskassen-Kapital eine deutlich tiefere Rendite erzielt, als wenn man selbst langfristig anlegt. Der Hauptgrund dafür ist die grosse Umverteilung von den einzahlenden zu den beziehenden Personen der Pensionskasse, um die aktuellen, zu hohen Renten finanzieren zu können.

Der Pensionskasse-Einkauf lohnt sich entsprechend vor allem in den Jahren vor der Pensionierung – ungefähr ab einem Alter von 55 Jahren. In diesem Alter ist in der Regel der Lohn und somit die Steuerersparnis am grössten und das Vermögen ist nur relativ kurz in der Pensionskasse gebunden.

Ob sich ein Einkauf wirklich lohnt, hängt jedoch stark von der spezifischen Pensionskasse ab und sollte daher im Einzelfall genau geprüft werden.

Säule 3a

Steuern sparen in der Säule 3a?

Erwerbstätige haben die Möglichkeit in die Säule 3a einzuzahlen. Einerseits gibt es die Möglichkeit auf einem Säule-3a-Konto zu sparen, andererseits gibt es Säule-3a-Anlagelösungen, bei denen das Guthaben in Anlagen wie Aktien oder Anleihen investiert wird und man somit Kapitalgewinne und Erträge wie bspw. Dividenden erzielt.

Das Gute am Vorsorgen mit der Säule 3a ist, dass die Einzahlungen vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden dürfen. Allerdings sind die Einzahlungen beschränkt auf einen gewissen jährlichen Betrag:

  • Für Personen mit Pensionskasse liegt der Maximalbetrag im Jahr 2021 bei 6’883 Franken.
  • Personen ohne Pensionskasse können jährlich maximal 20% des Erwerbseinkommens, höchstens aber 34’416 Franken einzahlen.

Ein grosser Nachteil der Säule 3a ist die geringe Flexibilität. Denn das Guthaben in der Säule 3a ist grundsätzlich gebunden und kann frühstens fünf Jahre vor Erreichen des AHV-Alters bezogen werden. Nur in den folgenden Ausnahmefällen ist ein Bezug schon vorher möglich:

  • Haus- bzw. Wohnungskauf
  • Selbständigkeit
  • Invalidität
  • Auswanderung

Ausserdem muss das gesamte Guthaben auf einem Säule-3a-Konto immer auf einmal bezogen werden.

Nebst den Einzahlungen sind auch die Erträge, welche von den Anlagen generiert werden (wie bspw. die Zinsen oder Dividenden), einkommenssteuerfrei. Des Weiteren muss das Guthaben in der Säule 3a auch nicht als Vermögen versteuert werden.

Allerdings fallen dann beim Bezug des Säule-3a-Guthabens Steuern an. Zwar ist der Steuersatz reduziert (ca. 5-10%, je nach Kanton und Grösse des Bezugs), aber dafür muss das gesamte Guthaben versteuert werden. Dazu gehört auch der Kapitalgewinn, der sich über die Jahre akkumuliert hat. Für die Säule 3a gilt also: Die Steuern sind nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben.

Freies Vermögen

Was ist der Unterschied zur Säule 3a?

findependent gehört zu den privaten Anlagelösungen im Bereich des freien Vermögens, also ausserhalb der Pensionskasse oder Säule 3a. Wer sein Geld im freien Vermögen anlegt, ist bezüglich der Höhe völlig frei und kann es auch jederzeit wieder zurücknehmen. Dank dieser Flexibilität kann man sein Geld bspw. schon vor der Pensionierung auszahlen und für eine längere Reise nutzen.

Allerdings können Einzahlungen in Anlagelösungen nicht vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden und die Anlagesumme muss als Vermögen und die Erträge als Einkommen versteuert werden.

Anlegen im freien Vermögen hat gegenüber der Säule 3a und Pensionskassen aber auch einen grossen steuerlichen Vorteil. Privatpersonen müssen nämlich Kapitalgewinne aus ihren Anlagen nicht versteuern. Solche Kapitalgewinne entstehen, wenn Anlagen zu einem höheren Preis als dem ursprünglichen Kaufpreis verkauft werden, sprich, wenn der Wert der Anlagen wächst.

Gerade bei Aktien-Anlagen fällt in der Regel der Grossteil der Rendite nicht als Erträge sondern als Kapitalgewinn an, da die Unternehmen einen Grossteil ihrer Gewinn nicht als Dividenden ausschütten, sondern wieder in das Unternehmen investieren und so den Wert des Unternehmens bzw. der Aktie steigern. Je höher der Aktienanteil der Anlagelösung, umso höher also der steuerfreie Kapitalgewinn.

Hier der direkte Vergleich zwischen Anlegen im freien Vermögen und Anlegen in der Säule 3a: Was ist wann zu versteuern?

Ein paar Tipps zum Schluss

  • Wie bereits erwähnt, solltest du den Einkauf in die Pensionskasse erst im Alter von etwa 55 Jahren in Betracht ziehen.
  • Einzahlungen in die Säule 3a lohnen sich vor allem dann, wenn du dein Geld nicht einfach auf ein Konto einzahlst, sondern es ebenfalls anlegst. Wähle für deine Säule 3a also ein Anlagekonto.
  • Während die Säule-3a-Anlagekonten von Banken in der Regel relativ teuer sind, sind die digitalen Alternativen von Viac, Frankly & co. einiges günstiger und somit viel lohnender.
  • Ab einem Guthaben von ca. CHF 50’000 ist es sinnvoll, für die Säule 3a mehrere Konten zu haben, damit du dein Geld gestaffelt beziehen und so wiederum Steuern sparen kannst. Mehrere Konten bedeuten allgemein auch mehr Flexibilität beim Bezug.
  • Nebst der hohen Flexibilität besticht Anlegen im freien Vermögen vor allem durch den steuerfreien Kapitalgewinn. Somit solltest du auch nicht warten mit Anlegen im freien Vermögen, bis du in deiner Säule 3a den Maximalbetrag ausgeschöpft hast, sondern beide Möglichkeiten als gute Ergänzungen zueinander nutzen.
  • Steuertechnisch ist es besser, im freien Vermögen einen höheren Aktienanteil zu halten als in der Säule 3a, anstatt umgekehrt. Bei beidem den gleich hohen Aktienanteil zu haben, macht aber natürlich auch Sinn.
  • Insbesondere wer mit hohem Aktienanteil anlegt, profitiert davon, sein Vermögen langfristig ausserhalb der Säule 3a aufzubauen. Deshalb solltest du dir bspw. bei einem Hauskauf oder beim Eintritt in die Selbständigkeit überlegen, das Geld nicht aus der privaten Anlagelösung, sondern aus der Säule 3a zu nehmen. So kombinierst du den Vorteil der Steuerersparnis bei der Einzahlung in die Säule 3a mit dem Vorteil des steuerfreien Kapitalgewinns im freien Vermögen.