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Passiv oder aktiv investieren?

Vergleich und Unterschied โ€“ einfach erklรคrt

Vergleich und Unterschied โ€“ einfach erklรคrt

Als Vermรถgensverwalter kann man die anvertrauten Gelder entweder nach dem Anlagestil passiv oder aktiv verwalten. Dasselbe gilt auch fรผr Anlagefonds, auch dort gibt es aktives und passives Management. Wir erklรคren, was es damit auf sich hat, wie sich die Anlagestile unterscheiden und wo die jeweiligen Vor- und Nachteile liegen.

DAs wichtigste in Kรผrze:

  • Der aktive Anlagestil versucht die durchschnittliche Marktrendite zu รผbertreffen. Das gelingt in der wenigsten Fรคllen.

  • Der passive Anlagestil bildet die durchschnittliche Marktrendite ab.

  • Gebรผhren sind beim passiven Anlagestil wesentlich gรผnstiger.

  • Digitale Vermรถgensverwalter und Anlage-Apps machen passives Anlegen einfach und transparent.

Inhaltsverzeichnis

Anlagestil aktiv vs. passiv โ€“ Unterschiede

Starten wir mit einer รœbersicht, die auf einen Blick die Unterschiede aufzeigt.


Anlagestil aktiv

Anlagestil passiv

Allokation / Wahl der Anlagen

Vermรถgensverwalter trifft eigenstรคndige Anlageentscheide 

Vermรถgensverwalter richtet sich nach dem Index

Ziel

รœberrendite (Outperformance) gegenรผber Index

Indexnahe Rendite

Kosten

Teuer

Gรผnstig

Team

Grosse Anzahl von Makroรถkonomen, Finanzanalysten und Portfoliomanagern

Kleines Team, schlanke Organisation

Prozesse

Viele manuelle Prozesse und Entscheidungen

Hoher Grad an Automatisierung


Was ist ein Index?

Ein Index ist eine Art Korb mit einer Vielzahl von Wertpapieren darin. Wenn wir von einem Aktienindex sprechen, hat dieser Korb also eine Vielzahl von Aktien drin. Ganz konkret ist bspw. der Schweizer Aktienindex SPI ein Korb mit nahezu allen bรถrsengehandelten Schweizer Aktiengesellschaften, also weit รผber 200 Firmen, von gross (Novartis) bis klein (Titlis Bergbahnen). Der SPI kann daher als Gesamtmarkt-Index bezeichnet werden, er reprรคsentiert den Schweizer Aktienmarkt.
Dasselbe gilt folglich auch fรผr den Aktienindex mit dem Namen ยซNikkeiยป (japanischer Aktienmarkt) oder den Swiss Bond Index (Schweizer Obligationenmarkt).


Was ist der Zweck eines Indexes?

Einerseits gilt der Index als Vergleichsmassstab fรผr die Entwicklung einer Anlagelรถsung. Liegt die Rendite des Portfolios unter derjenigen des Indexes, spricht man von Unterrendite, Underperformance oder Minderrendite. Den umgekehrten Fall nennt man รœberrendite, Outperformance oder Mehrrendite. 
Ein weiterer Verwendungszweck eines Indexes ist die Mรถglichkeit, den Gesamtmarkt einfach abzubilden. Mit einem Fonds, der sich am Index orientiert, kann ein:e Anleger:in mit nur einer Investition den gesamten Markt reprรคsentieren.

Passiv anlegen und den Markt abbilden

Der passive Anlagestil strebt eine Rendite an, die sehr nahe beim Vergleichsindex liegt. Dieser wird manchmal auch ganz einfach ยซMarktยป genannt. Es wird gar nicht erst versucht, durch individuelle Wetten eine Mehrrendite zu erwirtschaften. Was auch gar nicht zwingend nรถtig ist, denn der langfristige Trend an den Finanzmรคrkten ist positiv. Damit setzt sich der passive Anlagestil aber auch nicht dem Risiko aus, allenfalls aufs falsche Pferd zu setzen und so eine Rendite zu erzielen, die signifikant unter dem Vergleichsindex liegt. Der einzige Unterschied zur Indexrendite ist die Verwaltungsgebรผhr. Mehr zu Hรถhe und Bedeutung dann weiter unten. 

Mit ETFs den Markt abbilden

Da Anleger:innen nicht einfach ยซden Markt kaufenยป kรถnnen, braucht es eine Lรถsung, die den gewรผnschten Index abbildet. Und das kostengรผnstig. Exchange Traded Funds (ETFs), bรถrsengehandelte Indexfonds, machen genau das. So kรถnnen Anleger:innen mit nur einer Investition breit abgestรผtzt anlegen. Ein ETF auf den Schweizer Bรถrsenindex bildet so bspw. den gesamten Schweizer Aktienmarkt reprรคsentativ ab. ETFs รผberzeugen aufgrund ihrer tiefen Kosten und der hohen Transparenz.

ETFs erfreuen sich grosser Beliebtheit

Passives Anlegen mit kostengรผnstigen ETFs erfreut sich in der Tat sehr grosser Beliebtheit. Dies zeigt sich auch in den Flowzahlen, die von den grossen Datenlieferanten regelmรคssig publiziert werden. Mittlerweile fliesst in Europa mehr Geld in passive als in aktive Anlagestile, wie Zahlen des Fondsdatenspezialistes Accelerando zeigen.
Wรคhrend passive Anlagestile in den letzten 3 Monaten starke Zuflรผsse verzeichneten, mussten aktiv verwaltete Fonds Abflรผsse von Investorengeldern hinnehmen.

Quelle: accelerando associates, Juni 2023

Der Trend hรคlt bereits eine Weile an. So kamen seit Anfang 2022 Zuflรผsse von fast 200 Milliarden Euro in passive Anlagestile zusammen, dies gegenรผber Abflรผssen aus aktiven Strategien von รผber 240 Milliarden Euro.

Quelle: accelerando associates, Juni 2023

Aktiv auf der Suche nach Outperformance

Das Ziel eines aktiven Anlagestils ist die Erzielung einer Mehrrendite gegenรผber dem Vergleichsindex. Ein Anlagefonds mit einem aktiven Anlagestil will den Markt schlagen.
Erreicht werden soll das mittels regelmรคssigem, aktivem Anpassen der Gewichtungen von einzelnen Titel oder Branchen und Sektoren oder gar ganzen Lรคndern und Regionen. Die Festlegung dieser Gewichte wird auch Vermรถgensallokation (engl. Asset Allocation) genannt. Diese Allokation wird oft von einem ganzen Team festgelegt, bestehend aus Makroรถkonomen, Analysten und Fondsmanagern. Sie werten eine Vielzahl von Daten รผber jede Anlage im Portfolios aus, von quantitativen und qualitativen Daten einzelner Titel bis hin zu breiteren Markt- und Wirtschaftstrends. Auf der Grundlage dieser Informationen kauft und verkauft das Team Wertpapiere, um kurzfristige Kursschwankungen auszunutzen. Sie entscheiden dann ganz konkret, ob an einem Tag eher Pharmatitel statt Technologieaktien gekauft werden oder ob die Aktien von UBS jene von Nestlรฉ ersetzen. Wie viele Fondsmanager mit diesem Ansinnen tatsรคchlich erfolgreich sind, sehen wir weiter unten.

Passiv oder aktiv โ€“ Gleiches mit Gleichem vergleichen

Oftmals wird die Rendite von aktiv verwalteten Fonds mit der Indexrendite verglichen. Das ist schlicht nicht richtig. Einerseits beinhaltet die Nettorendite des aktiven Fonds dessen Verwaltungskosten. Konkret gehen also von der erzielten Wertentwicklung (bspw. +6.50% brutto) noch die Verwaltungskosten (bspw. 1.75%) weg. Netto verbleibt dann eine Rendite von 4.75%. Andererseits kann der Index selbst nicht direkt ยซgekauftยป werden, sondern es braucht immer ein Anlageinstrument, in diesem Fall einen ETF, um den Index zu replizieren. Aktiv verwaltete Fonds sollten daher nicht mit der Performance eines Indizes verglichen werden, sondern immer mit passiven Alternativen, sprich ETFs. Genau das machen wir in diesem Vergleich.

Anlagestil aktiv oder passiv โ€“ Gebรผhrenvergleich

Wenn es um die Gebรผhren geht, ist die Sachlage klar. Der passive Anlagestil ist signifikant gรผnstiger. Doch warum ist das so?

Anlagestil aktiv

Anlagestil passiv

Spezialisten und Experten arbeiten natรผrlich nicht gratis und verursachen daher erst mal hohe Kosten.

Diese Kosten werden รผber die Verwaltungsgebรผhr gedeckt. 

Wie hoch diese ist, legt der Anbieter individuell fest. 

Eine fixe Hรถhe gibt es nicht, so um die 2% und mehr ist aber ein einigermassen realistischer Wert. 

Es muss also eine um 2% bessere Rendite erzielt werden als der Vergleichsindex. Und dann liegt man erst gleichauf mit der Indexrendite. 

Der passive Anlagestil kommt mit einem Minimum an personellem Aufwand aus. 

Dabei wird die Sicherheit und Risikokontrolle nicht aus den Augen gelassen. 

Auch hier werden die Kosten รผber die Verwaltungsgebรผhr gedeckt.

Eine vernรผnftige Hรถhe liegt im Bereich von einem halben Prozent (0.50%) und beinhaltet bereits auch die Depotgebรผhr (Verwahrungsgebรผhr), welche rund 0.15-0.30% ausmacht.

Die Rendite eines passiven Anlageinstruments liegt daher immer um diesen Betrag leicht tiefer als die Rendite des Vergleichsindizes.

Aktiver Anlagestil โ€“ DIY?

Um die hohen Kosten fรผr die aktive Verwaltung zu reduzieren, kannst du sie auch selbst an die Hand nehmen. Gefordert sind neben stรคndiger Portfolioรผberwachung auch ein hohes Mass an Marktanalyse und Fachwissen, um den besten Zeitpunkt fรผr den Kauf oder Verkauf zu bestimmen. Und aufgepasst: Ohne stรคndige Aufmerksamkeit kann selbst das sorgfรคltigste aktiv verwaltete Portfolio leicht Opfer von volatilen Marktschwankungen werden und kurzfristige Verluste einfahren, die sich auf die langfristige Rendite auswirken kรถnnen.
Aus diesem Grund wird aktives Investieren den meisten Anlegern nicht empfohlen, insbesondere wenn es um ihre langfristige Altersvorsorge geht.

Passives Anlegen leicht gemacht

Um seine Ersparnisse passiv anzulegen, kannst du einen digitalen Vermรถgensverwalter wรคhlen. Idealerweise offeriert dieser seine Dienste auch via Investment App. So wie findependent. Die Anlage-App ist nicht nur gรผnstig, sondern auch einfach und transparent.

Was und wer ist findependent?

findependent ist ein junges Unternehmen mit Sitz in der Schweiz. Die vom 10-kรถpfigen Team entwickelte und unterhaltene Anlage-App ermรถglicht kostengรผnstiges Anlegen fรผr alle. Ohne Vorkenntnisse und Fachwissen. Einfach und gรผnstig.


App herunterladen und sogleich loslegen

Aktiver Anlagestil langfristig kaum erfolgreich

2% รœberrendite zu erzielen, um damit die hohen Verwaltungskosten decken zu kรถnnen, ist eine ziemliche Hausnummer. Erreicht wird das nur von wenigen Spezialisten und auch nur mit mutigen Wetten in der Allokation.
Das Hauptproblem liegt darin, dass es kaum aktive Fondsmanager gibt, die รผber einen langfristigen Horizont eine Outperformance verzeichnen kรถnnen. Es fehlt ihnen an Konstanz, ein Jahr sind sie hui, das andere pfui. Eine Studie von Morningstar fand heraus, dass bei defensiven Anlagestrategiefonds, รผber einen Horizont von 10 Jahren gesehen, nur gerade 2.7% der aktiv verwalteten Fonds erfolgreich waren. Selbst bei einer kurzfristigen Betrachtung รผber 1 oder 3 Jahre ist nur jeder fรผnfte Fonds erfolgreich. Mit erfolgreich ist in diesem Fall gemeint, erfolgreich die passiv verwalteten Fonds in puncto Rendite zu รผbertreffen.

Die Daten beziehen sich auf die Morningstar-Kategorie โ€œEUR Cautios Allocation โ€“ Globalโ€ per 31. Dezember 2021.

Auch bei reinen Aktienfonds sieht die Bilanz ziemlich ernรผchternd aus. Kurzfristig kรถnnen zumindest rund 30% der Fonds รผberzeugen, aber bereits nach mehreren Jahren sinkt die Erfolgsquote und liegt fรผr globale Aktienfonds รผber 10 Jahre bei mageren 4.5%. Anders gesagt: 95 von 100 aktiv verwalteten Fonds liefern eine schlechtere Rendite als passiv verwaltete Fonds.

Die Daten beziehen sich auf die Morningstar-Kategorien โ€œSwitzerland Equityโ€ und โ€œEurope Large-Cap Blend Equityโ€ und โ€œGlobal Large-Cap Blend Equityโ€ jeweils per 31. Dezember 2021.


Schlussfolgerung

Morningstar kommt auf die Fragestellung, was Anleger:innen denn daraus lernen kรถnnen, zu folgendem Schluss โ€œโ€ฆsich auf die Gebรผhren zu konzentrierenโ€ฆ Im Vergleich zu aktiven Fonds sind passive Fonds in der Regel deutlich billiger, weshalb sie langfristig schwer zu schlagen sind.โ€


Findependent AG ist ein von der Finanzmarktaufsichtsbehรถrde FINMA bewilligtes und beaufsichtigtes kontofรผhrendes Wertpapierhaus.

Die auf dieser Webseite enthaltenen Informationen stellen Werbung fรผr die von findependent erbrachten Finanzdienstleistungen dar.

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ยฉ Findependent AG 2026

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